Erste Mieter ziehen in Holz-Hochhaus in Kempten ein

Sieben Stockwerke in sieben Wochen: Mit dem ersten Allgäuer Holz-Hochhaus hat das Wohnungsunternehmen der Stadt Kempten ein Prestigeprojekt gebaut. Obwohl diese Bauweise teurer ist, soll das Gebäude nicht das einzige seiner Art in der Region bleiben.




Das erste Holz-Hochhaus im Allgäu ist fertig. «Die Mieter ziehen in dieser Woche ein», sagte der Geschäftsführer der Sozialbau GmbH in Kempten, Herbert Singer, am Montag. Der Holzbau mit sieben Stockwerken war im vergangenen Jahr innerhalb von sieben Wochen im Kemptener Stadtteil Thingers hochgezogen worden. Mit Ausnahme von Fundament und Treppenhaus wurde für den Rohbau nur Holz aus dem Allgäu verwendet. Zunächst hatten mehrere Medien berichtet.

Im Budget geblieben

«Wir haben dabei Preisstabilität geschafft», sagte Singer. «Den Holzbau hatten wir schon vergeben, bevor es die Probleme bei den Lieferketten gab.» Die Baukosten seien so im geplanten Rahmen von sechs Millionen Euro geblieben. Damit sei das Gebäude mit seinen 21 Mietwohnungen aber immer noch 12 bis 13 Prozent teurer als ein Neubau mit Mauerwerk, betonte Singer. «Da fordere ich von der Bauindustrie: Das muss preisgleich werden.» Der Holzmarkt entwickle sich momentan aber in die entgegengesetzte Richtung.

Weitere Holz-Mehrfamilienhäuser in Planung

Dennoch wolle die Sozialbau GmbH in einem Stadtquartier in Kempten weitere Mehrfamilienhäuser aus Holz errichten, sagte Singer. Dann aber mit maximal vier bis fünf Geschossen: «Was darüber hinausgeht, ist vom Brandschutz her anspruchsvoller und in Teilen auch teurer.» Mit dem Hochhaus in Thingers habe man aber gezeigt, dass solche Projekte für städtische Wohnungsbaugesellschaften machbar seien. «Für uns ist das zwar ein Pilotprojekt, aber kein Experiment», sagte Singer. «Das ist wiederholbar.»

Holzbauquote steigt

Holz als nachhaltiges Baumaterial ist gefragter denn je. Nach Angaben von Holzbau Deutschland, einer Fachgruppe im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, kletterte die Holzbauquote bei Wohnhäusern seit 2014 beständig von 15,1 Prozent auf 20,4 Prozent im Jahr 2020.

Hamburg baut an Holz-Hochhaus mit 19 Stockwerken

Auch wenn Hochhäuser aus Holz in Deutschland nach wie vor selten sind, steht das Gebäude in Kempten in Sachen Größe hinter anderen Projekten zurück. 2011 entstand im oberbayerischen Bad Aibling ein achtstöckiges Holzhaus, das zunächst als höchstes seiner Art in Deutschland galt. 2019 wurde es vom zehngeschossigen Skaio in Heilbronn abgelöst. Der nächste Rekordhalter soll von 2023 an in Hamburg stehen: Dort wächst seit Mitte September das 65 Meter hohe Holz-Hochhaus «Roots» mit 19 Stockwerken in die Höhe.

Text: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

20.08.2024 13-Jähriger verletzt Kontrahenten beim Fußball mit Messer Ein 13-Jähriger soll bei einem Fußballspiel im Allgäu einen Kontrahenten mit einem Messer verletzt haben. Während der Partie in Burgberg im Allgäu (Landkreis Oberallgäu) sei es zu einem tätlichen Streit zwischen dem Jungen und einem 16-Jährigen gekommen, teilte ein Sprecher der Polizei mit. Dabei habe der 13-Jährige versucht, auf seinen Kontrahenten einzustechen. Mitspieler schritten demnach 06.08.2024 Ordnungsdienst-Mitarbeiterin Böschung hinabgestoßen Eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes ist beim Verteilen von Strafzetteln wegen Falschparkens im Allgäu eine Böschung hinabgestoßen worden. Die Frau sei bei dem Angriff von zwei Männern in Buchenberg (Landkreis Oberallgäu) leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Immer wieder hätten die beiden Angreifer sie am Montag abwechselnd weggestoßen. Dabei sei die Verkehrsüberwacherin auch gegen einen 08.05.2024 Immenstadt: Nach Tod von Obdachlosem Jugendlicher in U-Haft Ein 17-Jähriger sitzt nach einem mutmaßlichen Angriff auf einen Obdachlosen in Immenstadt im Allgäu in Untersuchungshaft. Ermittelt werde wegen eines möglichen Tötungsdelikts, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Das Opfer war nach Angaben der Ermittler nach der Attacke des Jugendlichen gestorben. Die Beamten hatten bereits am Dienstag über den Angriff berichtet. Demnach war der Jugendliche 24.04.2024 Allgäu-Verkehrsverbund soll bis zum Jahresende stehen Im Allgäu soll bis zum Ende des Jahres 2024 der siebte bayerische Verkehrsverbund stehen. Das kündigten die Landkreise Oberallgäu und Ostallgäu sowie die kreisfreien Städte Kempten und Kaufbeuren am Mittwoch an. Es wäre der erste Verbund im Freistaat, der sich nicht um eine Großstadt herum bildet. Die bisherigen Verkehrsverbünde decken die Großräume München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Würzburg