Heute will das Verkehrsministerium Baden-Württemberg in Hochdorf im Kreis Biberach offiziell verkünden, wie die Brückensanierung an der B30 bei Hochdorf umgesetzt werden soll. Im Raum steht eine mehrjährige Vollsperrung mit Umleitung des gesamten Verkehrs zwischen Bad Waldsee und Biberach – täglich zehntausende Autos und Lkw – durch kleine Ortschaften wie Hochdorf, Schweinhausen und Appendorf. Das sorgt seit vielen Monaten für massive Kritik aus der Region. Bürger, Blaulichtfamilie und Wirtschaft warnen vor einem geplanten Chaos mit hohen sozialen und wirtschaftlichen Schäden.
Der Biberacher SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Gerster und der Biberacher CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger fordern gemeinsam mit mehreren Bürgermeistern dringend eine andere Lösung. Laut Dörflinger sei die finale Entscheidung offiziell noch nicht gefallen – viele Fragen seien auch noch völlig offen.
Die IHK Ulm warnt vor einem volkswirtschaftlichen Schaden von mindestens 15 Millionen Euro durch die geplante Vollsperrung der B30 und die Umleitung durch kleine Ortschaften. Besonders betroffen wäre der Schwerlastverkehr, der mit gravierenden Engstellen und Zeitverlusten rechnen müsste. Die Kammer fordert daher eine alternative Lösung mit geringerer Belastung für Wirtschaft, Umwelt und Bevölkerung.
Eine unklare Aussage von Landesverkehrsminister Winfried Hermann klingt dagegen eher negativ: Die Varianten seien sehr viel teuer und würden einen aktuellen Vorteil, nämlich schneller zu bauen, verspielen. Dabei hatte sogar der Bund wegen des enormen Sanierungsstaus schon reagiert und eine Planungsbeschleunigung beschlossen. Kommt diese hier nicht zum Zug?
Das Verkehrsministerium will die Entscheidung und den Auswahlprozess heute, Freitag 21. März um 15 Uhr in der Gemeindehalle Hochdorf vorstellen. Ob die vielen Bedenken ausreichend berücksichtigt wurden, wird mit Spannung erwartet. Die Veranstaltung gilt als möglicherweise letzte Chance für die Region, auf die Planung Einfluss zu nehmen.