Corona-Patienten: Ulm und Stuttgart entlasten Heidelberger Intensivstation

Uniklinik Ulm entlastest Stuttgart — © Thomas Heckmann
Thomas Heckmann

Insgesamt vier schwer an Corona erkrankte Menschen mussten am Freitagnachmittag von der Heidelberger Universitätsklinik an Krankenhäuser in Ulm und Stuttgart untergebracht werden.

 

 

Mit diesem Entlastungstransport werden die Intensivstationen in Baden-Württemberg gleichmäßiger ausgelastet. Alle Patienten werden gleichzeitig in einem speziell für solche Transporte umgebauten Bus des DRK Ulm transportiert. Es ist der erste größere Transport innerhalb von Baden-Württemberg während der zweiten Corona-Welle

Nachdem sich die Leitenden Direktoren der beteiligten Kliniken am Donnerstag untereinander auf den Entlastungstransport verständigt hatten, übernahm die beim Sozialministerium Baden-Württemberg angesiedelte Oberleitstelle für den Rettungsdienst die Koordination des Transportes. Der DRK-Rettungsdienst in Ulm hat einen Intensivtransportbus, in dem vier Patienten gleichzeitig transportiert werden können und dabei eine medizinische Versorgung auf dem Niveau einer Krankenhaus-Intensivstation bekommen.

Am Morgen wurde der Bus in Ulm mit dem nötigen Verbrauchsmaterial und dem Personal ausgestattet und fuhr nach Heidelberg. Nach der medizinischen Übergabe im Krankenhaus startete die Fahrt kurz nach 14 Uhr zum Katharinenhospital nach Stuttgart, das zwei Patienten übernimmt. Das Bundeswehrkrankenhaus und die Uni-Klinik in Ulm übernehmen jeweils einen weiteren Patienten. Die Patienten sind nach Auskunft des Sozialministerium zwischen 56 und 62 Jahre alt. Professor Bernd Kühlmuß, ärztlicher Berater des Sozialministerium, betont dabei, dass durch diesen Entlastungstransport in den Zielkliniken keine Überlastung entsteht und alle Patienten aus den Regionen Stuttgart und Ulm weiterhin auf dem gleichen Niveau behandelt und versorgt werden können.

Erdacht wurde das Konzept des Busses im Frühjahr von David Richter, dem Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienst Heidenheim-Ulm, und das Neu-Ulmer Evo-Bus-Werk hat in nur vier Wochen einen gebrauchten Linienbus zur rollenden Intensivstation umgebaut. Auf vier Liegen werden die Patienten von vier Notfallsanitätern betreut und auch ein Notarzt ist im Fahrzeug. Die Sauerstoffversorgung reicht für rund 600 Kilometer Fahrt und vier Spritzenpumpen an jedem Platz sichern die automatisierte Versorgung mit lebenserhaltenden Medikamenten.

Das Konzept des Ulmer Intensivtransportbus hat das Sozialministerium derart überzeugt, dass das Ministerium den Bus zum Jahreswechsel kaufen wird und auch einen zweiten baugleichen Bus beschaffen wird, um während der Corona-Pandemie landesweit solche Entlastungstransporte durchführen zu können. Das Stuttgarter Kabinett hat daneben beschlossen, den Bus nach der Corona-Pandemie an den Bevölkerungsschutz, also in den Zuständigkeitsbereich des Innenministerium, zu übergeben, damit der Bus und sein noch zu bauender Zwilling zukünftig für Großeinsätze verfügbar bleiben.
Der Transport aus Heidelberg ist der erste Corona-Transport auf einer längeren Strecke, der Bus war aber auch schon für andere Intensivtransporte in Süddeutschland unterwegs und war auch eine wichtige Hilfe, als er bei einem Bus-Unfall auf der B28 bei Blaubeuren zufällig in der Nähe war und vier Verletzte auf einmal in ein Krankenhaus transportieren konnte.

Text/Foto: Thomas Heckmann

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