Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) - Was ist das?

Hintergrund
Bundeswehrsoldat André
André Hassan Khan wurde nach seinem Grundwehrdienst Berufssoldat. 2010 gehörte er zur ersten Bundeswehreinheit, die mit der «Heron 1» ein unbemanntes Luftfahrzeug in Afghanistan einsetzte. 2017 erkrankte er an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Heute klärt er über diese «unsichtbare Krankheit» auf, die noch immer mit zu vielen Tabus verbunden ist und hat über seine Geschichte ein Buch geschrieben.
WIR WAREN DAZU VERDAMMT; STUMME ZEUGEN EINES MASSAKERS ZU WERDEN. ZWEI STUNDEN LANG.
Andrés Aufgabe ist die Bedienung der verschiedenen Sensoren an Bord einer Drohne. Er versorgt als Sensorbediener die Truppen mit Informationen aus der Vogelperspektive. Bis zu dem Ereignis im Jahr 2017. Die Taliban griffen eine Militärbasis der afghanischen Armee an, mindestens 140 Menschen wurden getötet, Hassan Khan musste tatenlos aus der Höhe zusehen.
Doris aus Ulm
Sie hat fast immer ein Lächeln auf den Lippen: Wer Doris bei ihrer Arbeit als Floristin sieht, ahnt nicht, welche Tragödie ihr widerfahren ist. Vor 16 Jahren erlebte sie den schlimmsten Schicksalsschlag, den man sich nur ausmalen kann: Doris hatte mit ihrem damaligen Partner einen nicht selbst verschuldeten Autounfall, bei dem er ums Leben kam. Für Doris, die ausgebildete Intensivkrankenschwester ist, war die Tatsache, dass sie in der Situation nicht helfen konnte und dass sie wusste, ihr Partner würde neben ihr sterben, der Auslöser für eine posttraumatische Belastungsstörung.
DIESER MOMENT DER HILFLOSIGKEIT HAT MEIN LEBEN GEPRÄGT UND NACHHALTIG VERÄNDERT.
Die dadurch ausgelöste PTBS verfolgt sie bis heute. Aber sie hat durch viele Gespräche und Therapiesitzungen gelernt, damit umzugehen. Im dem emotionalen Gespräch mit DONAU 3 FM Moderator Marcus Oesterle erzählt sie über Geräusche, die sie auch heute noch erschaudern lassen, über Therapieansätze und darüber, wie sie gelernt hat, damit zu leben.
Sandras Selbsthilfegruppe
Sandras Ehemann ist Veteran. Er war in sechs Einsätzen, unter anderem im Balkan, in Afghanistan und in Pakistan – dort musste er viel Leid ansehen. Das hat bei ihm eine PTBS ausgelöst. Sandra lernte ihn bereits mit der Erkrankung kennen, auch wenn die Diagnose erst später kam. Die PTBS beeinflusst seitdem ihr Leben: Grillen, ins Kino gehen, gemeinsam einkaufen – das ist für die beiden nicht möglich. Doch sie haben Wege gefunden, mit der Erkrankung umzugehen.
Am Anfang hat Sandra die Situation selbst verarbeitet. Im Oktober 2022 hat sie sich aber entschieden, ihre Geschichte zu teilen, auf einem Instagram-Account.
Die Instagram-Seite habe ich gegründet, um anderen Angehörigen zu zeigen, dass man lernen kann, damit umzugehen, dass man damit zurechtkommen kann. (…) Wichtig ist mir, dass keiner damit alleine umgehen muss. Wir sind da, uns gibt es und keiner muss da alleine durch.
Dort klärt sie auf über den Umgang und den Alltag mit PTBS aus Sicht einer Ehefrau. Denn Sandra musste selbst feststellen, dass Betroffene und Angehörige viel zu oft allein gelassen werden und keine Hilfe erhalten.